Wenn Jugendliche trauern
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Hospizgruppe hilft via Internet



 

"Warum hat Gott zugelassen, dass mein Bruder sterben musste? Wo war denn sein Schutzengel?" Wenn Evi ihre Fragen stellt, schauen ihre Freundinnen bekümmert zur Seite. Antworten bekommt sie nie. Mit den Eltern über ihre Trauer reden kann sie auch nicht. Sie würden nur noch unglücklicher werden. Hilfe fand Evi auf der Homepage www.alles-ist-anders.de  der Hospizgruppe Freiburg. Im Chatroom kann Evi ihre Trauer an die Oberfläche lassen.

"Hilfe für trauernde Jugendliche gibt es so gut wie keine", sagt Ulrike Bilger, Leiterin der Hospizgruppe. Oftmals werden die Jugendlichen in ihrer Trauer behandelt wie Erwachsene. Doch das funktioniert nicht. Jugendliche gehen ganz eigene Wege der Trauer. Sie hören laute Musik, gehen in die Disco... Wenn die Mädchen und Jungen nicht über den Tod reden, bedeute dies nicht, dass sie nicht trauern, erklärt die Sozialarbeiterin. Nur brauchen sie häufig kein ständiges dauerndes Umfeld. "Aber so ungezwungen über Pickel und Jungs zu reden wie zuvor, geht halt auch nicht mehr." Jugendliche spüren zudem auch viel feiner als Erwachsene, ob die entgegengebrachte Anteilnahme ehrlich ist. Oft finden sie Beerdigungen "ätzend" und eine Grabrede "total peinlich".

"Dein Schicksal tut mir unwahrscheinlich leid. Ich wünsche   dir ganz viele Sonnenstrahlen. Dein Freund schickt sie dir, vom Himmel", heißt es in einer E-Mail. Gleichaltrige,die ähnliche Verluste hatten, geben andere Antworten, weiß die Sozialarbeiterin. "Das ist unser Ziel mit der Homepage: Dass  die Teenager sich im Chatroom austauschen und viel über ihre Trauerlernen." Zudem  sollen sie merken, dass die andern ihren Schmerz verstehen. "Sie müssen darüber spre-chen, doch wenn sie in ihrem normalen Umfeld zulange trauern, werden sie von ihren Freunden oft als Stimmungskil-ler betrachtet. Einladungen bleiben aus, und die Einsamkeit beginnt", betont Bilger.

 Täglich sitzt die Leiterin mehrere Stunden am Computer. "Vielen reicht der Austausch über Mail. Wenn es aber schwieriger wird, versuche ich schon mal, jemanden zum Therapeuten zuschicken."

 Andrea Steinhart 

 

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