Besuch aus Berlin am 15.05.2006
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Verwaiste Eltern Berlin in Leipzig.

 

Das Treffen ist seit einem Monat geplant. Bis jetzt ist Petra Hohn eine Stimme am Telefon, nette, schnell beantwortete E-Mails. Heute werden wir uns endlich persönlich kennen lernen. Ich freue mich. Ich fahre nach Leipzig zusammen mit Thekla Köhler, eine meiner Mitstreiter/innen in Berlin.

Petra Hohn empfängt uns mit offenen Armen, zeigt uns die Räume in dem kleinen Hinterhaus: ein Büro, ein Gruppen und ein gemütliches Zimmer zum Kaffee trinken.

Wir setzen uns hin und erzählen. Petra weiss was wir machen und will erst mal wissen, wie sie uns helfen kann, da sie von unsren Alltagsschwierigkeiten weiss. Im Moment ist es die Telefonleitung die zwischen Telekom und ARCOR hängt, die grossen Konzerne haben wenig Interesse unsere gemeinnützige Arbeit zu unterstützen, sie behindern sie sogar. Petra kopiert den Vorgang und wird sich drum kümmern, ich weiss es.

Wir stellen Fragen zum Verein. Seit Petra Hohn die 1. Vorsitzende ist hat sich etwas in Bewegung gesetzt. Die Eltern und die Arbeit der Regionalgruppen steht im Vordergrund. Es ist für uns sehr wichtig, denn wir beide sind betroffene Mütter, zusammen mit anderen Betroffenen sind wir die Regionalstelle Berlin.

Dann stellt Petra Hohn DIE FRAGE „und wie sind Eure Kinder gestorben?“. Diese Frage wurde uns schon 100 mal gestellt (Philipp Köhler verunglückte 1997, meine Tochter Roxana 1999), wir sind „unter uns“, also müsste doch die Frage zu beantworten sein... Mir fließen die Tränen, ich kann es nicht, ich kann nicht einfach sagen wie meine Tochter gestorben ist, obwohl ich es schon ...Mal erzählt habe. Warum? Vielleicht weil die Frage an diesem Tag von einem Menschen gestellt wird, der es wirklich wissen will... Ja, wir sind alle betroffene Eltern.

Wir besprechen noch die Leitung bzw. die Begleitung der Gruppen, was tun wenn... Es gibt so viel Situationen, wo wir auf einander angewiesen sind, damit unsere gemeinsame Erfahrung den anderen helfen kann.

Es ist 16 Uhr. Es waren so viele Informationen, Emotionen, Anregungen. Eigentlich wäre es schön jetzt aufs Zimmer zu gehen und sich wieder zum Abendessen zu treffen, und dann morgen auch noch. Erst mal müssen wir uns aber mit den 5 Stunden zufrieden geben.

Es ist ein Anfang, wir sind sicher, dass unsere Zusammenarbeit viel bewirken wird.

Anna Schoen / 15.05.06 Berlin

 

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