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Autor
8-05-08 01:11:11
Wie geht es weiter?
Trici
Bereits im JAhr 2001 hat sich meine Schwester (damals 25 JAhre) das Leben genommen. Noch in der Nacht davor wollte sie mit mir reden, aber ich hab mich schlafend gestellt. Ich hatte keine Kraft, mir zum wiederholten MAle ihre \\\"angeblichen\\\" Probleme anzuhören. Ich hab alles unterschätzt, ich hätte für sie da sein müssen. Wir haben uns sonst alles anvertraut.
Am morgen darauf habe ich sie in ihrem Zimmer gefunden. Ich hab nochversucht sie zu reanimieren und alle völlig falsch gemacht. Herzmassage auf einem weichen Bett, Mund zu NAse Beatmung, ohne vorher den Rachenraum zu kontrolliern... Der Notarzt sagte zwar, sie sei schon tot gewesen, aber woher will der das wissen, er ka erst 30 Minuten später.
Ich, damals 21 Jahre, habe von Stund an nur noch für meine Eltern da sein wollen. Da hat auch geklappt, zu gut. Ich selbst konnte meine Trauer nicht überwinden und habe aber auch durch mein Verhalten meinen Eltern kaum gelegenheit gegeben, die Trauerphasen zu durchleben. Ich habe ihnen sogut es ging, alles abgenommen, von der Bestattung, Auswalhl des Steines bis hin zur Beantwortung der Trauerpost. Nun beginne ich mein eigenes Leben zu führen, habe endlich einen Freund gefunden, wohne seit einem halben JAhr nicht mehr bei meinen Eltern... Allerdings bekomme ich immer ca. 4 Wochen vor dem Todestag Depressionen und ich kann mich keinem anvertrauen. Der einzige Mensch, dem sonst alle gesagt habe, war doch meine SChwester und ich war in der entscheidenden Stund nicht für sie da. Gechieht mich also recht!
Meine Eltern klammern sich auch noch weiter an mich, Nur noch ich bin da. Sie haben sich völlig von der Außenwelt abgeschottet und lassen keinen hinein. Meinen Freund (wir sind seit 2005 zusammen) haben sie nur einmal gesehen und das war ein Desarster. Sie hassen ihn, weil er mich ihnen \\\"wegnimmt\\\". Jedes mal, wenn ich mit meinen Eltern spreche, gibt es Streit, weil ich mit ihm zusammen bin. NOCH konnte ich das allerdings recht gut vor ihm verbergen. Nun ist es auch schon bald wieder soweit, dass sich der Todestag nähert, Ich kann kaum noch richtig atmen, weine, wenn ich allein bin und muß mir die ewigen Streitereien anhören. Ich kann nicht mehr, habe schon daran gedacht, alles hinzuschmeißen, vor allem zu fliehen, vor meinen Eltern und meinem Freund. Irgendwo ein neues Leben anfangen, wo mich keiner kennt. Dann kommen die Schuldgefühle, meine Eltern haben ja nur noch mich... Ich weiß nicht mehr weiter und mit jedem JAhr wird es schlimmer
8-05-08 10:55:30
Yvonne
Liebe Trici,
gib dir doch nicht die Schuld.
Ich hatte vor 3 Jahren auch Probleme mit denen ich nicht fertig geworden bin und obwohl ich allen mein Herz ausgeschüttet habe fand ich keinen Ausweg und unternahm einen Selbstmordversuch. Der Bescherte mir mehrere Tage Intensivstation und einiges mehr.
Ob du dich nun schlafen gestellt hast oder nicht wenn deine Schwester diesen entschluss gefasst hatte, hätte sie sich nicht aufhalten lassen.
Und du brauchst auch nicht für deine Eltern so aufzuopfern. Das ist zwar sehr lobenswert aber sie müssen mit der Trauer langsam selbst fertig werden und sie nicht immer dir auferlegen.
Schaff ihnen klare Grenzen und sag ihnen auch das sie dich so kaputt machen, denn ich denke sie können das in ihrer Trauer nicht wahrnehmen. Mach ihnen klar das sie dich nicht verlieren werden du aber nicht länger alle Probleme auf dich laden kannst. Deinem Freund solltest du auch reinen Wein einschenken. Wenn er dich liebt steht er zu dir.
Du warst bisher so stark.
Befrei dich von dieser Last.
Und dir geschieht garnichts recht.
Mach dir nicht so viele Vorwürfe.
Deine Schwester wollte mit Sicherheit nicht das du so leidest.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und hoffe das ein bisschen mehr Ruhe bei dir einkehrt
Yvonne
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