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14-08-09 21:56:43 Der Tod meiner Mutter und meines Bruders
Anna
Ich bin 25 Jahre jung, muss man wohl in Anbetracht der Situation schon sagen, und bin in meinen Leben völlig auf mich allein gestellt.
Meine Mama hat sich Ende Oktober letzen Jahres das Leben genommen, dabei nahm sie meinen kleinen Bruder mit sich mit. Das ist meine Art es auszudrücken. Das Wort \"Mord\" wie es in den Polizeibericht stand, kommt mir nicht über die Lippen.
Mein Bruderherz wäre in 10 Tagen 15. geworden. Er war schwerstmehrfach behindert, hatte aber das liebenswerteste Wesen, welches man sich nur vorstellen kann.
Er war jedoch Mamas größte Sorge. Was würde mit ihm passieren, wenn sie irgendwann nicht mehr da ist. Deshalb nahm sie ihn mit sich mit.
Aber wieso nimmt sie ihn mit und lässt mich hier so einkalt allein zurück? Bin ich ihre Liebe nicht wert? Ich bin zwar schon 25, doch ich würde sie noch so sehr brauchen. Jedes Kind braucht seine Mutter. Nur weil ich in meinen Leben alles hingekriegt habe und nie Probleme gemacht habe, heißt es nicht, ich würde sie nicht brauchen!
Jrtzt funktioniere ich auch, sogar erstaunlich gut. Ich erhalte meine Fassade aufrecht. Doch niemand weiß wie beschissen es mir in Wirklichkeit geht. Niemand weiß, dass ich mich jeden Abend in den Schlaf heule und dann wieder schweißgebadet aufwache, weil ich diese Bilder einfach nicht loswerde.
Das ist das Schlimmste dran. Es gibt niemanden, der mich versteht, der mal an mich denkt. Ich habe keine weiteren Geschwister, keine Verwandten... Niemanden, der das nur ansatzweise nachvollziehen könnte. Niemanden, der mit mir mein Leid teilen könnte! Ah ja, da wäre noch mein Vater, der sich ein Dreck um mich kümmert. Er hat noch kein einziges mal gefragt, wie es mir gehen würde. Er lebt sein Leben weiter, als wäre eine große Last von ihm gefallen.
Aber ich hingegen, habe alles verloren, alles was für mich eine Bedutung hatte. Meine Mama und mein Bruder waren alles für mich. Jetzt bin ich ganz alleine auf dieser Welt!
Wann hört dieser Schmerz endlich auf???
15-08-09 12:46:48

Liebe Anna.

\\\\\\\"Oh Mann, welche Hölle musst du zur Zeit erleben\\\\\\\"? .....das ging mir eben durch den Kopf als ich deine traurige Geschichte gelesen habe...... ich war anfang 20 als mein Bruder tödlich verunglückt ist ..... mein kleiner großer Bruder,einfach nicht mehr da

Kann gut nachvollziehen, dass du dich frägt, warum deine Mama und den Bruder gegangen sind und du nun Alleine zurückgeblieben bist. Die Frage nach dem Warum? wird sicher lange bleiben.....doch irgendwann wirst du mir der Frage nach dem WArum besser klar kommen, vielleicht eine Antwort für dich gefunden haben. Setz dich nicht unter Druck, lass dir die zeit die du brauchst.
Gibt es Freunde die für dich da sind?

Ich wünsch dir von Herzen, dass du irgendwann mit deinem schwerden Schicksaal klar kommst.
16-08-09 16:40:54
gisela
liebe anna,
mit erschütterung habe ich von deinem schmerz gelesen.
kann gut nachempfinden, wie es in dir aussieht.
schau doch mal in das forum AGUS (angehörige um suizid) bin selbst dort mitglied und habe sehr viel hilfe erfahren.
in stiller verbundenheit.
gisela
21-08-09 21:50:43
Anna
Freunde - gutes Stichwort. Die meisten können doch eh nicht mal ansatzweise nachvollziehen, was ich gerade durchmache.
Ich habe zwar einen Freund, mit den ich auch zusammen lebe, doch nicht einmal er kann mich vertehen! Obwohl er dasalles hautnah miterlebt hat. Die ersten drei Wochen war er auch toll, verständnisvoll ect. Doch dann hätte ich wieder die alte sein müssen. Doch das werde ich nicht mehr sein. Nie wieder. Für mich hat sich alles verändert.
Und wenn nicht einmal er Verständnis für mich hat, wenn nicht einmal er mit mir darüber reden will... Wer dann? Somit will ich auch die anderen damit nicht belästigen.
Er sollte mir jetzt die nötige Liebe, Geborgenheit und Sicherheit geben, stattdessen macht er alles nur noch schlimmer. Doch ich habe momentan nicht die Kraft, um auch noch ihn zu verlassen, denn dann wäre ich ganz alleine. Obwohl im Herzen bin ich es ohnehin schon!
3-09-09 19:28:32
Heidi
Liebe Anna,
ich war total erschüttert, als ich deinen Bericht gelesen haben. Ich habe meinen Sohn durch Suizid verloren, ich habe aber auch eien behinderte Tochter, wenn auch nicht schwerstbehindert. Ich kann mich daher schon in deine Mutter hineinversetzen. Auch ich habe manchmal diesen Gedanken, dass es ganz schrecklich wäre, meine Tochter allein zurückzulassen, zumal sie jetzt auch keinen Bruder mehr hat. Sicher ist deiner Mutter dieser Schritt sehr schwer gefallen, der Gedanke, dass sie dich alleine zurücklässt, dass muss ihr ja auch bewusst gewesen sein, vielleicht aber auch nicht. Wir wissen ja nicht, was in einem Menschen vor sich geht, der diesen Schritt wählt. Ihr war aber bestimmt auch klar, dass sie deinem Leben nicht auch einfach so ein Ende setzen konnte. Du bist alt genug, um deine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Aber das du jetzt so alleine dastehst, ohne jeden Halt, dass ist ganz, ganz schlimm. Du darfst aber nicht aufgeben, irgendwo ist sicher ein Mensch, der dich versteht, und wenn es zuerst vielleicht sogar ein Therapeut ist, der dir auf den richtigen Weg hilft. Gib nicht auf, leb weiter und such dir deinen Weg.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft dafür. Heidi
13-08-10 18:22:17
Birgit
Liebe Anna du tust mir unendlich leid,ich weiß das kann dir kein Trost sein.Was du durch machst kann keiner nachvollziehen sei einfach nur gedrückt von mir.Mann muß den Schmerz aushalten egal wie schwer es fällt.Ich habe meinen Sohn verloren ich kann mir denken wie es dir geht.Mein Exmann hat seinen Geburtstag groß gefeiert und ein Schützenfest,da war mein Sohn kaum unter der Erde.So viel zu den Männern ich verachte so ein verhalten es tat mir unendlich weh das er den toten Sohn kränkt.Die Männer trauern nicht denken nur an sich da kann man keine hilfe erwarten.
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