Dieter Jantz
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Im März 2010 wurde ich auf der Jahrestagung in Bremen durch die Vertreter der Regionalstellen und Selbsthilfegruppen zum 2. Vorsitzenden des Bundesverbandes Verwaiste Eltern in Deutschland gewählt. Für das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich bedanken und möchte mich hier kurz vorstellen.  

Mein Name ist Dieter Jantz, geboren 1961, ich wohne in Wesel, am Niederrhein. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne. Mein ältester Sohn Fabian verstarb 2004 in Schanghai, als er dort bei einem Besuch seines Onkel in der ersten Nacht schlafwandelnd aus dem 21. Stock stürzte. 

Ich erhielt im ersten Jahr nach Fabians Tod sowohl professionelle Hilfe, als auch privat Hilfe aus den Reihen verwaister Eltern, wofür ich zurückblickend sehr dankbar bin, denn es ermöglichte mir, meinen jetzigen Weg einzuschlagen. 

2006 gründete ich zusammen mit meiner Frau in Wesel eine offene Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern, mit Unterstützung des Landesverbandes Verwaiste Eltern NRW. Neben den Gruppenstunden konnten wir mit weiteren Selbsthilfegruppen und kirchlicher Unterstützung eine inzwischen etablierte Gedenkandacht zum Worldwide Candlelighting aufbauen. 2008 gründeten wir zusammen mit vielen Gruppen um den Bereich Trauer ein “Trauernetzwerk Rechter Niederrhein“ unter der Federführung der Hospizinitiative. 

Ich möchte mithelfen, dass betroffene Eltern und Geschwister so schnell wie möglich die nötige Hilfe bekommen, die sie brauchen. Dazu braucht es engagierte und so gut wie möglich, ausgebildete Ersthelfer und weitere Begleitung, etwa durch die örtlichen Selbsthilfegruppen. Diese nicht zu beziffernde Hilfe vor Ort braucht aber auch Unterstützung durch Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit, damit Trauer den Raum im Leben der betroffenen Eltern und Geschwister finden kann, den es braucht, um weiterleben zu können. Darüber hinaus sollten aber auch die Helfer einen Ansprechpartner finden, daher halte ich es für notwendig, dass der Verband der Verwaisten Eltern Deutschland klare Strukturen aufbaut. Zum Beispiel, dass die Landesverbände die Vernetzung ihrer örtlichen Selbsthilfegruppen übernehmen, mit der notwendigen Unterstützung zur Aus- und Weiterbildung und regelmäßigen Austausch.

Dabei sollte der Bundesverband die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, etwa durch Unterstützung mit Referenten, Informationsveranstaltungen für Ersthelfer, wie etwa Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, Notfallseelsorger und Bestatter. Entwicklung von Hilfsmaterialien, wie Flyer und Broschüren, die vermeiden, dass betroffene Eltern und Geschwister in der ersten Phase der Trauer nicht noch unnötig traumatisiert werden. 

Um diese Strukturen aufzubauen und den Bundesverband Verwaiste Eltern Deutschland dahin zu bringen, dass er gegenüber Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit als Sprachrohr verwaister Eltern und Geschwister auftreten kann, bedarf es vielfältiger Anstrengungen, die hoffentlich auf absehbare Zeit Früchte tragen. Dieses ist zumindest mein Ziel im Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland.

 

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