Ich heiße Olaf Schaper, begleite mit Frau Angelika Weiß in Düsseldorf eine VEID Gruppe und wurde für den Standdienst gewonnen.
Es zeigt sich immer wieder, Feuerwehr und Rettungsdienst sind eine große Familie. Auch wenn der Rettungsdienstkongress kleiner war als in den Vorjahren, so ist es doch erstaunlich, wie vielen bekannten Menschen man begegnet. Als Feuerwehrpfarrer Düsseldorfs kennt man die Szene und immer wenn ich Mitarbeitenden aus Feuerwehr und Rettungsdienst begegnete, wies ich sie auf den Stand des VEID hin.
Die Reaktionen waren interessant und vielfältig. Einige nahmen das zum Anlass, ihre Ver- und Bewunderung darüber Ausdruck zu verleihen, dass es so etwas überhaupt gibt, dass sich verwaiste Eltern überhaupt in dieser Weise organisiert haben, dass es tragfähige Strukturen gibt, auf die frisch betroffenen Eltern zurückgreifen können.
Kurzum ich traf auf viele Rettungsdienstmitarbeiter, die das erste mal auf VEID stießen.
Andere hatte ich wirklich neugierig gemacht, unseren Stand zu besuchen, was sie gerne un-ternahmen. Ich habe das Ansprechen auf dem Kongress auch als Schwellensenken verstan-den, als Information, dass es uns gibt und dass man keine Berührungsängste haben braucht. Außerdem haben wir einen Dornröschen-Standort gehabt, so dass wir sicherlich gut daran taten, auf uns hinzuweisen.
Andere zeigten sich erleichtert, zu erfahren, dass es für Eltern nach dem Einsatzgeschehen etwas gibt. Viele, die ich ansprach, nahmen das nämlich zum Anlass, von Einsätzen zu spre-chen, bei denen ihnen Kinder auf der Trage gestorben waren und berichteten von dem be-klommenen Gefühl, die Eltern so zurücklassen zu müssen, wenn man an den Notfallseelsor-ger übergeben hat.
Oft hätten sie, so sagten sie, die Fragen nicht losgelassen, wie man damit eigentlich weiterle-ben kann, wie es jetzt bei der Familie X wohl weitergehen würde.
Wieder andere hatten konkrete Fragen zum Einsatzablauf. Was kann ich im Einsatz verbes-sern, was habe ich rückwirkend falsch gemacht, wie gehe ich auf die Eltern zu, wenn die Re-animation frustran verlaufen ist, um nicht, wie so oft, den Koffer aufzuräumen und sich be-klommen auf die Strasse zum Fahrzeug wegzustehlen.
Nach meinem Dafürhalten ist an dieser Stelle die Broschüre "Hinweise für Rettungsdienste, Notfallseelsorge und Krisenintervention, die wir druckfrisch dabei hatten, als ganz konkrete Hilfestellung entlastend empfunden worden und gerne mitgenommen worden. Sie haben sich dafür regelrecht bedankt und nach dem ersten Durchlesen sehr positive feed backs zur Broschüre (gemeint sit die Notfallbroschüre) gegeben.
DRK-Rettungshundestaffel
Sehr schön war für mich, die Leute der Kölner DRK- Rettungshundestaffel wieder zu sehen, die uns in Düsseldorf einmal sehr bei einer Hausexplosion mit ihren wunderbaren Hunden geholfen hatten und die wir im Gegenzug nach einem traumatischen Erdbebeneinsatz in der Türkei begleitet und nachbetreut haben. Kurzum ein schönes Wiedersehen und eine schöne "Standnachbarschaft". Unserem Stand direkt gegenüber hatten sie einen Übungsparcours auf-gebaut, der viele Leute anlockte und die gute Ausbildung ihrer Hunde demonstrierte. Das brachte auch uns viel Laufpublikum ein.
Standdienst
Gerne habe ich auch am Stand Dienst gemacht, obwohl ich meist nach den Rettungsdienstkol-legen auf dem Kongress Ausschau hielt.
Sehr gefreut hat mich, viele neue Gesichter der in VEID - Arbeit engagierten Menschen ken-nenzulernen. Ein sehr schöner Abschluss war für mich, dass wir unsere "VEID -Koje" zum Abschluss für uns selbst als Nische nutzten, um über unsere Arbeit anhand eines Märchens, das uns Frau Knöll vortrug, zu reflektieren. Vielen Dank dafür."
Olaf Schaper, Notfallseelsorger aus Düsseldorf
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Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V.