Schlaf, Kindchen, schlaf von der Spieluhr. Ich spreche den Text. Schlaf Kindchen, schlaf. Dein Vater hüt die Schaf. Dein Mutter schüttelts Bäumelein. Da fällt herab ein Träumelein. Schlaf, Kindchen, schlaf.
Ein Träumelein? Ja, laßt uns an diesem Sarg für diese Stunde ein Träumelein herabschütteln, die Augen schließen vor der Wirklichkeit. Und da sehen wir die kleine Sidney mit ihrem lieben Gesicht, und wunderbar, sie kann gehen, oder schwebt sie? Jedenfalls ist sie an der Hand eines Engels, ihres Schutzengels. Warum hast du mich abgeholt? fragt Sidney. Weil wir dich im Himmel brauchen! spricht der Engel, Wir alle brauchen dich, und dein Bruder Darwin braucht dich. Darum habe ich dich abgeholt. Und meine Mutter und mein Vater? Ich habe dich zur Erde gebracht, daß deine Eltern dich lieben und daß sie traurig sind, und daß sie ihr Herz dir nachschicken und es erheben zu Gott, und wissen, daß die Erde da unten nicht alles ist, nicht die ganze Welt, nicht Gottes Reich, daß sie lernen herüber zu träumen, zu uns, hierher, wo du jetzt bist, und die vielen
Und während der Engel spricht, schweben die beiden durch einen lieblichen Park, und ein Bächlein murmelt und die Bäume stehen voller Laub und Blumen sprießen rot und gelb und blau, und eine weite Wiese führt sanft den Hang hinauf, und die Sonne steht hinter leichtem Nebel, sie blendet nicht, sie sticht auch nicht, es ist mild und warm.
Wohin bringts du mich? fragt Sideny. Du wirst es sehen! antwortet der Engel, und die beiden schreiten aus, oder schweben sie? Und Sidney sieht andere Kinder, sieht sie mit ihren Engeln, alle schreiten voran, in die gleiche Richtung, und eilen ihren Engeln voraus. Sidney auch, und ihr Engel bleibt zurück.
Und da plötzlich, von der Seite her, kommen furchtbare Gestalten, Angstgestalten, Jammergestalten, Trauergestalten, Schmerzgestalten, sperren den Weg und heben die Arme: Halt! rufen sie, Geht nicht hier entlang. Es ist kein Weg, kehrt um, zurück zurück! Die Kinder erschrecken, sie suchen beieinander Schutz umarmen sich. Und die Engel sind nicht mehr da. Nur Angst ist da und sie allein und die schrecklichen Gestalten. Und dann hören sie eine Stimme, und sie sehen auf, und sie sehen in der Sonne Jesus. Es steht da, bedroht die Gestalten und sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Und die Gestalten fliehen, und Jesus breitet die Arme aus und die Kinder laufen zu ihm und er umfängt sie, und sein Blick ruht auf uns, und er spricht: Wahrlich, ich sage euch: wer das Reich
Gottes nicht empfängt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen! Und er beugt sich zu den Kindern, herzt sie, legt die Hände auf sie und segnet sie. Und es ist eine große Stille in dem Garten. Die Gestalten sind geflohen, und die Engel beten an. Und der Herr spricht noch einmal: Kommet her zu nur alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.
Und wir wachen auf, der Traum ist zu Ende, und der kleine weiße Sarg steht wieder vor uns, und die Spieluhr spielt ihr Lied.
Wir aber wollen der kleinen Sidney tun, wie Jesus den Kindern tat, wir wollen sie segnen.
Wir freuen uns immer über Vorschläge, wie wir unser Angebot ausbauen können. Schreiben Sie uns!
Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V.