Über den hilfreichen Umgang mit verwaisten Eltern
Was Du nicht tun solltest:
- Laß Dich nicht durch Dein eigenes Gefühl der Hilflosigkeit davon abhalten, den verwaisten Eltern hilfreich die Hand zu reichen.
- Meide Sie nicht, nur weil Dir der Kontakt unangenehm ist. (Von Freunden gemieden zu werden, fügt zusätzlichen Schmerz zu einer ohnedies uner- träglich
schmerzhaften Erfahrung.) - Sage nicht, Du wüßtest, was sie empfinden!
(Wenn Du nicht selbst ein Kind verloren hast, wirst Du wahrscheinlich nicht empfinden können, wie es ihnen geht.) - Sage nicht: "Geht es Dir denn immer noch nicht besser?" oder irgend etwas ähnliches, was die Gefühle der Eltern beurteilt.
- Schreibe Ihnen nicht vor, was Sie eigentlich fühlen oder tun sollen!
- Wechsele nicht das Gesprächsthema, wenn sie auf ihr totes Kind zu sprechen kommen.
- Vermeide es nicht, den Namen des Kindes zu erwähnen aus Angst, Du könntest sie damit an ihren Schmerz erinnern (sie haben ihn ohnedies nicht vergessen!).
- Versuche nicht, irgend etwas Positives am Tod ihres Kindes zu finden (z.B. eine spirituelle Erfahrung, engere Familienbindungen o.ä.).
- Weise nicht daraufhin, daß sie ja noch ihre anderen Kinder haben (Kinder sind nicht austauschbar; sie können sich nicht gegenseitig ersetzen).
- Sage ihnen nicht, sie könnten ja noch mehr Kinder haben (auch dann nicht, wenn sie das wollen und können - ein anderes Kind kann ihnen nicht das verstorbene Kind ersetzen).
- Empfiehl ihnen nicht, für die anderen, noch verbliebenen Kinder dankbar zu sein (die Trauer über den Verlust eines Kindes wird nicht durch die Liebe und Wertschätzung für die anderen, lebenden Kinder erleichtert).
- Mache keinerlei Bemerkungen, die in irgendeiner Weise vermuten lassen könnten, daß ihre Fürsorge für das Kind zu Hause, in der Notfallstation, im Krankenhaus oder wo immer sonst nicht angemessen gewesen sei (Eltern werden schon ohnedies genügend durch Gefühle von Zweifel und Schuld gequält).