Den Suizid des Kindes überleben
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Den Suizid Ihres Kindes überleben



Über Suizid

Der Suizid eines Kindes bedeutet besondere Umstände, die das Trauern der Eltern verstärken und verlängern können. Suizid ist eine Reaktion auf überwältigende Gefühle der Einsamkeit, Nutzlosigkeit, Hilflosigkeit und Depression. Es geschieht, wenn der Schmerz einer Person größer ist als sie es verkraften kann. Es ist die dritt-häufigste Todesursache bei Menschen zwischen 15 und 24, und die sechst-häufigste Todesursache bei Kindern zwischen 5 und 14.

Obwohl das Vorkommen von Suizid sehr hoch bei bestimmten geistigen Krankheiten ist, ist nicht jeder geistig krank der Suizid begeht. Viele Eltern haben schon schwere Belastungen durchgestanden, entstanden dadurch, daß das Kind schon lange Zeit im Krankenhaus gelegen hat, Medikamente nehmen mußte und durch Schuldzuweisungen.

 

Manchmal gibt es Warnsignale über die Absicht der Person. Doch diese Signale wurden vielleicht falsch gedeutet oder sie waren so verschlüsselt, daß selbst ein ausgebildeter Therapeut sie übersehen hätte, und die katastrophale Entscheidung des Kindes wird zu einem Rätsel das nicht gelöst werden kann.

 

Nach dem Suizid

Verleugnung, Schock, Schuld, Wut und Depression sind normale Reaktionen der Trauer, die aber noch verstärkt werden können, wenn ein Kind aufgrund von Suizid gestorben ist. Es ist auch nicht ungewöhnlich Erleichterung zu verspüren, wenn die Beziehung zu dem Kind de-struktiv für die Familie gewesen war. Der Suizid eines Kindes bringt Fragen, Zweifel und Ängste auf. Sie denken, daß Ihre Liebe nicht gereicht hat, um Ihr Kind zu retten, und haben Angst, daß andere glauben werden, sie wären als Eltern nicht geeignet. Erkennen Sie, daß Sie Ihrem Kind Ihre Menschlichkeit gaben - Positives wie auch Negatives - und was Ihr Kind damit gemacht hat, das war allein seine Entscheidung.

Es ist auch nicht ungewöhnlich, daß trauernde Eltern selbst an Suizid denken. Suizid ist nicht erblich; doch der Suizid eines Familienmitglieds kann die anderen in der Familie sehr beeinflussen. Haben Sie Geduld mit sich selbst und den anderen, und wenn nötig suchen Sie sich professionelle Hilfe.

Frühere kulturelle und religiöse Einstellungen sind schuld daran, daß Suizid stigmatisiert wurde. Es ist wichtig, daß Sie sich dem Wort Suizid stellen, so schwierig wie es auch sein mag. Wenn Sie die Todesursache Ihres Kindes geheimhalten, werden Sie sich selbst die Freu-de nehmen, über Ihr Kind zu sprechen, und  das könnte Sie von Familie und Freunden isolieren, die Ihnen helfen möchten. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre eigene Heilung und Ihr Überleben, als sich wegen der Stigmatisierung durch den Suizid Sorgen zu machen.

 

Wut

Es kann sein, daß Sie auf das Kind, Gott, die Welt und auf sich selbst wegen Ihrer Unfähig-keit, das Kind zu retten, wütend sind. Es ist in Ordnung, dies zu zeigen. Wut ist ein häufiges Gefühl wenn ein Kind aufgrund von Suizid gestorben ist, und manchmal kann der Heilungs-prozeß erst beginnen, wenn man sich die Wut eingesteht und sie zeigt

 

Schuld

Schuldgefühle können auftreten, und vielleicht stellen Sie sich immer öfter "wenn nur" Fragen. Vielleicht müssen Sie sich erst einmal schuldig fühlen um zu wissen, daß Sie nicht verantwortlich waren. Haben Sie Vertrauen in sich selbst. Sie sind ein Mensch - akzeptieren Sie Ihre Grenzen.

 

Selbstzweifel

Es drängt sie oft, nach dem "Warum?" zu fragen. Diese Frage sollte auch gestellt werden, obwohl es oft keine klaren Antworten gibt. Es ist wichtig mit diesen Fragen zu kämpfen, und irgendwann werden Sie sie loslassen. Es kann zu einer Besessenheit werden, sich jahrelang die gleiche Frage zu stellen, und das ist eher destruktiv für Sie und Ihre Umgebung.

 

Depressionen

Gleichgültigkeit, Unfähigkeit sich zu konzentrieren und das Gefühl keinen Grund zum Leben mehr zu haben sind alles normale Reaktionen in der Trauerzeit. Sich etwas körperlich zu be-wegen kann helfen, diese Depressionen zu bewältigen. Erlauben Sie Ihrer Familie und Freunden, sich um Sie zu kümmern. Sie müssen nicht stark sein. Erhalten Sie Kontakt mit den Leuten aufrecht, die Ihnen etwas bedeuten.

 

Desillusionierung

Oft finden sich Eltern in einer spirituellen Krise wieder, zweifeln an Ihrem Glauben und fühlen sich von Gott betrogen. Religiöse Zweifel hinsichtlich des Lebens danach erscheinen auch. "Warum hat Gott dies zugelassen?" ist eine Frage die genauso wenig beantwortet werden kann wie all die anderen Fragen, die auf die Unvollkommenheit der Welt bezogen sind. Versuchen Sie statt einer Antwort innerliche Ruhe zu erlangen. Manchmal ist es hilfreich, sich mit anderen betroffenen Eltern zu unterhalten, die sich mit den gleichen spirituellen und philosophischen Fragen auseinandergesetzt haben.

 

Mit der Situation konstruktiv umgehen

- Reden Sie in Ihrer Familie über den Tod; reden Sie über den Verlust und den Schmerz. Reden Sie über die schönen Zeiten, aber erinnern Sie sich auch an die nicht so schönen. Alle Familienmitglieder werden Ihre eigene Art des Trauern haben. Versuchen Sie, diese zu verstehen. Es ist besser, seine Gefühle zu zeigen als alles aufstauen zu lassen; Weinen ist gesund und hat eine therapeutische Wirkung.

- Manchmal hilft es, einen Brief an das verstorbene Kind zu schreiben, in dem man alles aufschreibt, was vor dem Tod unausgesprochen geblieben war. Für viele ist dies ein guter Weg um sich zu verabschieden.

- Lassen Sie Freunde helfen. Wenn Freunde fragen, wie sie Ihnen helfen können, haben Sie keine Angst zu sagen, was Sie brauchen Dies kann den anderen auch helfen.

- Es kann auch helfen, einer Selbsthilfegruppe beizutreten. Dadurch daß man so mit ande-ren, die schon das gleiche erlebt haben, seine Gefühle teilt, kann man seine eigenen Re-aktionen besser verstehen und einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen. Wenn nötig, suchen Sie sich professionelle Hilfe.

- Geben Sie sich Zeit - Zeit - und noch mehr Zeit. Es dauert Monate, sogar Jahre, bis sich das Herz öffnet und die Seele heilt. Nehmen Sie sich vor zu überleben, geben Sie sich Zeit, und sie werden heilen.

© The Compassionate Friends ( TCF) USA-used by permission

© Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V., Eva Knöll für die deutsche Übersetzung und Überarbeitung

 

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