Workshop AUS DEN TRÄNEN WÄCHST DIE HOFFNUNG mit Eike Geertz

Wir sollten uns Zeit nehmen und die Steine mit Ehrfurcht auswählen -so wurden wir von der Bildhauerin Eike Geertz auf unsere Arbeit eingestimmt.

Erschienen die Steine einer Teilnehmerin zunächst wie irgendwelche Steine von einer Baustelle, so zeigten sie ihre besondere Maserung und Farbigkeit, sobald sie nass gemacht wurden. Innerhalb sehr kurzer Zeit hatten alle ihre Steine gefunden.

Ich schwankte anfangs zwischen einem dunklen Stein (als Symbol für die Seite meiner Arbeit, die hauptsächlich mit Büroarbeit zu tun hat und die mich viel Kraft kostet) und einem großen hellen Stein (der mehr die therapeutische Arbeit symbolisierte). Als ich um Entscheidungshilfe bat, sagte unsere Kursleiterin:"Der schwarze Stein scheint mehr eine Kopfentscheidung zu sein. Er wird dir zerbrechen. Entscheide nach dem Herzen." So wählte ich einen großen, hellbeigen Stein, den ich nur mit Hilfe eines Teilnehmers auf den Tisch heben konnte und bewunderte ihn von allen Seiten und betastete ihn mit den Händen. Ich dachte keine Sekunde daran, dass ich nicht mit dem Auto da war und dass ich keine 25 kg im Koffer transportieren kann.

Währenddessen begannen andere bereits mit Hammer und Stecheisen ihren Stein zu bearbeiten und entdeckten, dass die Steine ihren eigenen Charakter haben. So brach ein Stein, aus dem ein Engel entstehen sollte. Hierdurch entwickelte sich ein Prozess, in dem ein Kopf mit 2 unterschiedlich gestalteten Gesichtshälften (für Trauer und Hoffnung) und 2 Flügel (ein gebrochener und ein ausgestalteter) entstanden. So wie ein Leben zerbrechen kann und aus den Bruchstücken doch etwas wunderbar Neues entstehen kann...

Ähnlich erging es einer Kursteilnehmerin, der ein Stück abbrach, welches sie später in Anlehnung an die Geschichte von "den Spuren im Sand" zu einem Fuß ausarbeitete, während der Hauptstein wie eine Kristallpyramide über einem weißen, sternförmigen Einschluss den Weg aus der Trauer über das Licht nach oben versinnbildlichte.

Von einer anderen Teilnehmerin wurde die geheimnisvolle Maserung der Standfläche entdeckt, die durch die Bearbeitung sichtbar gemacht wurde und zwei Strukturen zeigte, die auseinander drifteten. Beim Bearbeiten der Kanten kam ein glitzernder Pyrit zum Vorschein -ein Schatz, genau in der Ecke, welche die Zukunft symbolisiert.

Der Stein eines anderen Teilnehmers verwandelte sich von zwei gleich großen Personen zu einer Skulptur, die die Einheit von Mutter und Kind ausdrückte, wobei die seitliche Ansicht noch eine dritte Person enthüllte...

Wie sehr Eike Geertz, unsere Kursleiterin, von der letzten Jahrestagung 2003 beeindruckt und inspiriert war, drückte ihre Skulptur "Lichtgestalt" aus weißem Alabaster aus. Aber so sensibel und individuell sie auf uns einging, so intensiv und "gnadenlos" motivierte sie uns, die Werke so zu vollenden, dass die Steine glatt geschmirgelt und poliert in allen Facetten zum Ausdruck kamen. Und es lohnte sich: so einen wunderschönen Stein mit nach Hause nehmen zu können, ist ein Geschenk, das wir unserer Kursleiterin, den Organisatorinnen der Jahrestagung und unserer Hände und Herzen Arbeit zu verdanken haben. Und Dank der Solidarität der Tagungsteilnehmer bekam mein Stein eine Mitfahrgelegenheit, so dass ich ihn inzwischen zu Hause habe und ihn demnächst vollenden kann.

Irene Basler


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