Grußwort der 1. Vorsitzenden des Bundesverbandes, Petra Hohn

 

Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Bundesverbandes Verwaiste Eltern in Deutschland e. V. am 28. September 2007 im Ratsplenarsaal des Neuen Rathauses in Leipzig

 

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren,
liebe Gäste!

 

Zehn Jahre Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V. -  dieses Ereignis führt uns in diesen Tagen hier in Leipzig zusammen.
Ich selbst wusste vor zehn Jahren noch nichts von dieser Institution. Dann, vor acht Jahren, war ich dankbar, als ich Hilfe bei diesen engagierten Menschen fand.
Initiiert wurde die bundesweite Arbeit der verwaisten Eltern zu Beginn der  80er Jahre von Dr. Mechtild Voss-Eiser, die in früher Jugend zwei Brüder verlor und im Rahmen ihrer prägenden USA-Aufenthalte bei den "Compassionate Friends" studieren konnte, welche nachhaltigen Auswirkungen Verluste von Kindern auf Familien lebenslang haben können. Nicht zuletzt die Erfahrungen und Erkenntnisse, die sie am Institut für Geschwistertrauer in Chicago sammeln konnte, waren Anstoß für eine neue Geschwisterarbeit in Deutschland. Dies wurde zum ersten Mal 1992 in dem Buch "Warum gerade mein Bruder" dokumentiert.
Gemeinsam mit einem Stab von Mitarbeitern, die sich bis dahin im Team für verwaiste Eltern engagiert hatten, wurde das Institut für Trauerarbeit (ITA) gegründet. Dr. Mechtild Voss-Eiser war wesentlich beteiligt am Aufbau der Trauerbegleitung, den Aus-und Weiterbildungen von Gruppenbegleitern und Mitarbeitern in helfenden Berufen.
Durch die steigende Zahl der Gruppen und ihre Vernetzung trat die Qualität in der Begleitung von Betroffenen immer mehr in den Vordergrund. All diejenigen, die an der Akademie Nordelbien Trauerseminare und Weiterbildungen besucht haben, kennen ihr Buch: "Noch einmal sprechen von der Wärme des Lebens" und verbinden den Namen Mechtild Voss Eiser mit dem Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland. Dieser Bundesverband wurde mit ihr gemeinsam am 21.September 1997 in Berlin gegründet.
Mit Vertretern aus den Selbsthilfegruppen und Selbsthilfevereinen aus ganz Deutschland wurde beschlossen, dass es einen überregionalen Koordinator für die deutschlandweiten Interessen geben muss. Ein solcher Sachwalter in sozialen und politischen Bereichen für diese Gruppe Menschen ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig.
Gemeinsam mit dem Gründungsvorstand -Lothar Weddig, Mag.theol. Christine Fleck-Bohaumilitzky, Gabi Knöll, Bernhard Wanner, später Hans Werner Nofke -begann Dr. Mechtild Voss-Eiser den Weg der Bundesarbeit. Dieser Idee, Menschen zu helfen und sie zu unterstützen, gilt Anerkennung. Das mag für Außenstehende unvorstellbar sein, doch für Betroffene ist es der Rettungsanker.
Nicht immer war der Weg leicht, sich bei dieser schweren Thematik in Politik und Gesellschaft Gehör zu verschaffen und Unterstützung zu bekommen .
Der Geschäftsstellensitz des Bundesverbandes wechselte von Hamburg nach Reppenstedt, Hannover, Bergisch Lauterbach und im Jahr 2006 nach Leipzig. Freundlich und offen wurden wir in dieser Stadt aufgenommen. Endlich hat der Bundesverband eine Heimat gefunden,
Das zeigt die Schirmherrschaft über unsere Jubiläumsveranstaltung durch Prof. Dr.Thomas Fabian, den Bürgermeister und Beigeordneten für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule der Stadt Leipzig. Wir dürfen diesen wunderschönen Saal heute hier nutzen und im Anschluss an die Veranstaltung einen Blick vom Rathausturm über die schöne Stadt Leipzig werfen. Die Firma Blumenkaiser aus Leipzig hat den Saal noch freundlich geschmückt. Danke, hier fühlen wir uns willkommen.
Die Kontakte und die Zusammenarbeit mit den sozialen Institutionen der Stadt sind lebendig und es ist eine lebhafte Kooperation entstanden. Der persönliche Kontakt und die Zusammenarbeit mit der BARMER Krankenkasse und der DAK Leipzig lasssen spüren, dass unsere Arbeit anerkannt wird. Die BARMER Leipzig hat uns freundlicherweise für die Ausstellung "Die Worte, die dir helfen", die heute Nachmittag eröffnet wird, und für das Regionaltreffen morgen ihre schönen Räume in der Ludwig-Erhard-Strasse zu Verfügung gestellt.
Die Geschäftsstellenarbeit kann durch die Unterstützung des Flamarium -Saalkreis Halle, Ananke Bestattungen und Pietät Pfeifer geleistet werden.
Auch die Sparkasse Leipzig hat uns unterstützt.

 

Lange Zeit bemühten wir uns, einen prominenten Schirmherren für unseren Verein zu finden, wurden jedoch oft enttäuscht. Im November vorigen Jahres lernte ich in Berlin eine junge Frau kennen, Luci van Org. Wir kamen ins Gespräch, und ohne Ausflüchte und Floskeln sagte sie zu -sie wurde unsere Schirmherrin.
Danke, Luci, und Dank Sebastian Krumbiegel und dem Ronald-MacDonald-Haus Leipzig für das wunderbare Benefizkonzert gestern.
Es gibt noch so viel zu sagen, doch wir wollen auch nicht die Menschen vergessen, die vor Ort eine engagierte Arbeit leisten. Ihnen gilt unsere Anerkennung.
Unser Bundespräsident, die Gesundheitsministerin, die Familienministerin und die Sozialministerin Sachsens richten uns herzliche Grüße aus.
Wir wollen aufmerksam machen und zeigen, wie wir mit einem so schweren Schicksalsschlag zurück ins Leben gehen.
Die rege Beteiligung aus allen Regionen Deutschlands und auch von unseren ausländischen Partnern zeigt: Wir sind auf dem Weg, wir sind nicht allein.
Ich wünsche Ihnen noch eine gute Zeit in Leipzig.


Mit unseren Kindern, Brüdern und Schwestern im Herzen
Ihre Petra Hohn


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