20 Jahre Verwaiste Eltern München e.V.

Im Mai 1994 habe ich meine Arbeit als Verwaltungsmitarbeiterin
im Verein Verwaiste Eltern München e. V. begonnen, vier Jahre nach der
Gründung. Zur damaligen Zeit war der Verein noch relativ klein und überschaubau, wir hatten zwei kleine Räume in der Schrenkstraße und ich
saß die meiste Zeit alleine am Schreibtisch. Die Geschäftsstellenleiterin und 1. Vorsitzende Christl Ziegler war »in guter Hoffnung« und kam nicht
täglich aus Aichach in die Geschäftsstelle, vieles wurde über das Telefon abgesprochen. Der Computer hielt bald darauf Einzug und es wurde eine
Adressendatei eingerichtet.
Die wohl größte Erschütterung war bereits ein Jahr nach meinem Arbeitsbeginn der Unfalltod von Christl Ziegler. Drei treue ehrenamtliche Vorstände, Elke Leonhardt, Erich Kropf und Hanny Höfelein haben zusammen mit mir nichts unversucht gelassen, um die Arbeit fortsetzten zu können. Der Unterstützungsbedarf und die tiefe Überzeugung von der Notwendigkeit der Arbeit für betroffene Eltern war unser Motor. So konnten bereits 1996 die Vorstandsämter wieder auf sieben Schultern verteilt werden. Manfred Muhl
wurde als neuer Geschäftsführer und Mag. theol. Christine Fleck-Bohaumilitzky als fachliche Leitung eingestellt. Dem Wachstum stand nichts
mehr im Wege, was unterstützt wurde durch die räumliche Ausdehnung, den Umzug 1998 nach Haidhausen, am St.-Wolfgang-Platz. Persönlich
sorgte ich für mein inneres Wachstum durch Aus- und Weiterbildungen im therapeutischen und spirituellen Bereich. Dadurch konnte ich meinen
vielfältigen Aufgaben besser gerecht werden.
Die Geschäftsstellenleitung wechselte von Manfred Muhl auf Susanne Lorenz m Jahr 2000 neue Personen bringen neue Ideen, die Arbeit
bekam mehr Struktur, die Öffentlichkeitsarbeit konnte enorm erweitert werden. Neue Projekte wurden geboren und tragen zum Bekanntheitsgrad
des Vereins in der Öffentlichkeit als wichtiger Partner in Lebenskrisen bei. Nebenbei lief die Renovierung der Räumlichkeiten, was für uns
Hauptamtliche so manche Herausforderung bedeutet hat. 2003 wurde durch die berufliche Veränderung von Christine Fleck-Bohaumilitzky. Claudia Schmid für die fachliche Leitung eingestellt.
Das Herzstück des Vereins ist jedoch die Gruppenarbeit, die von vielen Ehrenamtlichen mit großem Engagement geleistet wird. Auch für mich
steht die Begegnung mit den Betroffenen im Mittelpunkt meiner Arbeit. Deshalb ist es sehr erfreulich für mich, dass sich seit etlichen Jahren
das Angebot der Beratung in Form von Einzelgesprächen etablieren konnte, hauptsächlich teilen sich Claudia Schmid und ich diese Aufgabe.
Inzwischen hat sich der Verein Verwaiste Eltern München e. V. bayern- und deutschlandweit zu einer festen Anlaufstelle für trauernde Eltern und Geschwister sowie ihre Angehörigen und
Freunde entwickelt.
Bereits direkt nach dem Tod eines Kindes kann auf Wunsch Akutbegleitung im Rahmen des Projekts Primi Passi oder direkt an der Geschäftsstelle
von den fachlichen Mitarbeiterinnen angeboten werden. Den Betroffenen werden an der Geschäftsstelle Einzelberatungen, Gruppenangebote,
Seminare, Faltblätter, erste hilfreiche Handreichungen, Broschüren und Literatur zur Verfügung gestellt. Gruppen werden auf Wunsch übermittelt für Nachfragende aus den verschiedenen Regionen; Adressen von anderen Eltern in vergleichbarer Situation, sowie Brief- und Telefonkontakte vermittelt. Ausbildungsangebote für Trauerbegleiter und helfende Berufe werden angeboten und vieles mehr.
Ich bin sehr dankbar und stolz, seit 16 Jahren Teil dieser Vereinsarbeit sein zu dürfen und konnte vielleicht so manchen Betroffenen in dieser extremen Situation mit meinem persönlichen Einsatz eine kleine Lebensperspektive bieten.
Die detaillierte Chronik des Vereines ist nachzulesen in dem Buch »Überall deine Spuren«, dieses Buch wurde zur 10-Jahresfeier herausgebracht
und beinhaltet außer der Chronik viele Erfahrungsberichte von Betroffenen aus unseren Gruppen.
Lisa Schreier


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