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Verwaiste Eltern und trauende Geschwister begleiten

„Der Weg braucht dein Herz, das Ziel deine Vision." (Monika Minder)

Verwaiste Eltern fühlen sich mit ihrer Trauer und deren Auswirkungen oft alleine. Familienangehörige und das soziale Umfeld von Familien, in den ein Kind gestorben ist, sind oft unsicher, haben Angst etwas Falsches zu tun und tun daraus oftmals nichts. Ein Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt. Im Folgenden können Sie in Stichpunkten nachlesen, was verwaisen Eltern und trauernden Geschwister auf ihrem Weg oft guttun kann:

  • Eigene Unsicherheit, vielleicht sogar Befürchtungen, sind eine normale Reaktion. Für trauernde Menschen ist es wohltuend, wenn Sie trotzdem ein Signal senden. In seiner Trauer um das eigene Kind ignoriert zu werden bringt zusätzlichen Schmerz mit sich. Ein zugehen auf die betroffene Familie, eine mitfühlende Geste, eine Umarmung wird dankbar angenommen. Dazu braucht es nicht immer viele Worte.
  • Trauer brauch Ausdruck. Wenn es möglich ist, ist zuhören ein bedeutungsvolles Instrument. Verwaiste Eltern möchten über ihre Trauer und den Schmerz sprechen, ihre Tränen zeigen. Es entlastet oftmals und hilft wieder atmen zu können.
  • Verwaiste Eltern möchten über ihre Kinder sprechen und ihre kostbaren Erinnerungen zu ihren Kindern teilen. Fragen zu dem verstorbenen Kind werden angenommen und beantwortet, weil die Erinnerungen immer eine Verbindung für die trauernden Menschen sind.
  • Für Eltern ist es ein Geschenk, wenn der Name ihres Kindes weiter erklingt. Die Tochter oder Sohn beim Namen zu benennen war vor dem Tod des Kindes das Normalste. Für Verwaiste Eltern ist es ein Trost, wenn der Name, dem sie ihrem Kind gegeben haben, auch weiter erklingen darf.
  • Für Eltern, die ihre Tochter oder ihren Sohn verloren haben, wird die Sehnsucht nach dem verstorbenen Kind immer eine Rolle spielen und die größte Herausforderung ist es die Trauer der verwaisten Eltern mit all ihren unterschiedlichen Gefühlen auszuhalten und da zu sein. Manchmal gibt es in manchen Momenten einfach keinen Trost, sondern nur das MIT-tragen.
  • Aushalten heißt aber auch auf eigene Grenzen zu achten. Wir können nur gut für andere da sein, wenn es uns gut geht. Konkrete (Alltags-) Angebote, mit dem was geleistet werden kann, helfen mehr, als Versprechungen, die nicht eingehalten werden können.
  • Trauer ist und kann nicht bewertet werden, in ihr gibt es kein richtig oder falsch. Daher ist es unangemessen den Verlust eines anderen Menschen zu bewerten. Jeder Verlust ist so traurig und schmerzhaft, wie es sich für die betroffenen Eltern und trauernden Geschwisterkinder individuell anfühlt.
  • Trauer braucht Zeit und ein persönliches Tempo. Die Trauer von verwaisten Eltern ist ein zumeist lebenslanger Prozess. Auch wenn sich auf diesem Weg die Trauer verändert. Wann obliegt dem Empfinden der verwaisten Mutter, dem verwaisten Vater und dem trauernden Geschwisterkind selbst.

Trauer von betroffenen Familien, in denen ein Kind verstorben ist, braucht Empathie, Wertschätzung, Geduld und Räume in der die Trauer und die Erinnerung an das verstorbene Kind gelebt werden darf.