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Ihnen ist das Schlimmste passiert, was Eltern passieren kann Ihr Kind ist gestorben.

So individuell Ihre Beziehung zu Ihrem Kind war, so unterschiedlich kann auch Ihre Trauer sein. Am ehesten lässt sich dass mit Bergen und Tälern erklären. Sie werden nicht immer mit der gleichen Intensität trauern. Manchmal haben Sie das Gefühl, dass die Trauer leichter zu tragen ist, dann befinden Sie sich vielleicht gerade auf einem Berg, dann passiert etwas, eine Kleinigkeit, die Sie intensiv an Ihr Kind denken lässt und plötzlich befinden Sie sich wieder im tiefsten Tal Ihrer Trauer. Ihre Trauer kann man vielleicht mit Berg und Talfahrt vergleichen. Manche Berge sind größer und Sie verweilen länger am Gipfel, manche Täler sind länger und Sie brauchen entsprechend lange um sie zu durchschreiten. Täler und Berge wechseln sich ab, sind unterschiedlich hoch oder tief, so verläuft auch die Trauer um Ihr Kind.

Der Tod eines Kindes belastet die Beziehung zwischen Partnern hört man immer wieder, oftmals hört man sogar Sätze wie "80% aller Beziehungen scheitern nach dem Tod eines Kindes". Natürlich ist der Tod eines Kindes eine persönliche Lebenskrise, die sich auch auf die Partnerschaft auswirkt. Dazu muss man verstehen, dass der Trauerverlauf individuell ist und zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führen kann. Ein Beispiel: " Mein Mann weint überhaupt nicht und vergräbt sich in seiner Arbeit" Hier setzt im Beispiel die Frau voraus, dass der Mann genauso wie sie trauern müsste. Das aber ist kaum möglich und führt daher manchmal zu Irritationen zwischen Partnern. Vom Partner zu erwarten, dass er zu jeder Zeit und an jedem Ort die gleichen Gefühle hat, ist unrealistisch. Vielmehr sollte man verstehen dass jeder in der Trauer auch seinen Freiraum braucht und keine Vorwürfe "nicht richtig zu trauern".

Vielleicht schon nach kurzer Zeit hören Sie von anderen wohlgemeinte Ratschläge, die beginnen mit "du musst..., du darfst nicht...." Nein Sie müssen nicht, Sie alleine werden am besten feststellen, was Sie können und was eine zusätzliche Belastung darstellt. So wohlgemeint diese Ratschläge auch sein mögen, sie können auch Schläge sein, eine zusätzliche Belastung etwas tun zu müssen, weil andere das von Ihnen erwarten. Vielleicht haben Sie im Moment nicht die emotionale Stärke nein zu sagen, dann bitten Sie jemand anderen das für Sie zu erklären.

Die Trauer ist nicht begrenzt. Sie ist immer da, auch wenn sie sich mit der Zeit verändert.

Es sei der Hinweis erlaubt, es gibt nicht die Hilfe. Vielleicht müssen Sie mehrere Hilfsangebote ausprobieren, bis Sie für sich das Richtige gefunden haben. Was für den einen vielleicht das Richtige war, muss für Sie nicht auch das Richtige sein. Ehrenamtliche Hilfe kann genauso helfen wie professionelle, bezahlte Hilfe.