Autorin: Dalila Simon


"Dann werde ich dich tragen" erzählt 1 ½ Jahre aus der Biographie von Dalila Simon sowie die Lebensgeschichte ihres bereits in der Schwangerschaft mit Trisomie 18 diagnostizierten Sohnes David.
Nach einem kurzen Vorwort begleitet der Leser die Autorin während der ersten Wochen ihrer vierten Schwangerschaft. Bereits nach wenigen Zeilen kann der Leser eintauchen in die Welt der Familie sowie in das Erleben und Empfinden der werdenden Mutter. Obwohl ihr aufgrund ihres Alters die übliche Pränataldiagnostik mit Fruchtwasserpunktion empfohlen wird, lehnt Frau Simon dies zunächst ab. In der 20. Schwangerschaftswoche deutet die Ultraschalluntersuchung auf eine Veränderung hin. Eine Feinultraschalluntersuchung in einer Klinik wenige Tage später bestätigt die Vermutung einer Behinderung. Ob es sich um Trisomie 13, 18 oder 21 handelt kann erst durch die Amniozentese geklärt werden. Kurze Zeit später das eindeutige Ergebnis: Der männliche Fötus ist mit Trisomie 18, dem Edwards Syndrom diagnostiziert. Die Ärzte stellen klar, dass das Kind keine Überlebenschance hat und halten eine Abtreibung für unumgänglich. Die Eltern entscheiden sich für die Fortsetzung der Schwangerschaft. Dies ist der Beginn einer fast unvorstellbaren Odyssee um Wert und Unwert behinderten Lebens.
David wird in der 39. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geboren. Ein perfektes von Gott gewolltes Geschöpf und kein Monster. Es beginnt der Kampf um eine medizinische Versorgung. David und seine Eltern erleben zugewandtes, wertschätzendes medizinisches Personal aber auch Ärzte, die es für unangemessen und unwirtschaftlich halten ein mit Behinderung lebendes Baby zu operieren.
Mit Klarheit, Präsenz und Durchsetzungsvermögen gelingt es den Eltern David die meiste Zeit seines Lebens Zuhause zu versorgen. Hier fühlt er sich wohl und lebt auf. Er ist aktiv und aufmerksam. Kurz vor seinem Geburtstag stirbt David lächelnd in den liebevoll umhüllenden Armen seiner Eltern.
Ein kurzer Nachtrag sowie ein Anhang mit Erklärungen zum Edwards-Syndrom sowie zu verschiedenen erwähnten medizinischen Begriffen beendet das Buch.
Viele kurze, prägnante Sätze reihen sich aneinander; lediglich getrennt durch Kommas bilden sie dennoch eine Einheit und ermöglichen ein aktives Miterleben.

Die lebensnahen Schilderungen sind ein wichtiger und wertvoller Diskussionsbeitrag zur Pränataldiagnostik sowie zu Wert und Unwert "behinderten Lebens".
Dieses Buch ist emotional ansprechend, packend, intensiv ohne überladen zu sein, realitätsnah, informativ, ergreifend und faszinierend. Es bleibt ein großer Respekt vor der Haltung und dem Leben der Familie. Auch wenn die Abkürzungen für verschiedene Personen manchmal gewöhnungsbedürftig sind und einzelne orthographische Fehler sich eingeschlichen haben, ist dieses Buch eine wirkliche Bereicherung.
Eine Rebellion gegen vorherrschende medizinische Meinungen und den drohenden außer Kontrolle geratenden Umgang unserer Gesellschaft mit ungeborenem Leben. Ein Beweis, dass auch das Leben mit einem mit Behinderung diagnostizierten Kind nicht nur Leid, sondern großes Glück sein kann.
Rezension von Dorothea Wolf-Stiegemeyer


Bisher kann dieses Buch nur direkt über den Verlag (www.liebig.ch) über www.buchhandel.de oder bei der Autorin dalila_simon@web.de bezogen werden.


Taschenbuch - 200 Seiten, 15 Euro
Verlag Reinhold Liebig, März 2006
ISBN: 3952312444


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