Bilderbuchrezenzion

Worte reichen nicht aus: Will man Kindern den Tod erklären, spielen Farben, Bilder und Symbole eine wichtige Rolle

Wenn Kinder den Tod und das Sterben thematisieren, wird es Erwachsenen oft unbehaglich. Wie sollen sie auf die Frage eingehen? Ein gutes Bilderbuch kann dabei helfen.

 

Eltern wollen ihre Kinder vor Tod und Trauer beschützen und ihnen die Auseinandersetzung mit solchen schrecklichen, traurigen und schwer begreifbaren Erfahrungen soweit wie möglich ersparen. Das ist aber weder sinnvoll noch durchführbar. Kinder werden durch das Fernsehen tagtäglich mit dem Tod konfrontiert. Und manchmal auch ganz direkt dadurch, dass ein Familienmitglied, ein Freund, ein geliebtes Haustier stirbt oder ein toter Vogel vor ihrem Fenster liegt.

Wenn Eltern die Allgegenwärtigkeit des Todes ignorieren, sind Kinder mit ihren Fragen, ihrer Trauer und ihren Ängsten allein gelassen. Wie soll man einem Kind etwas zu erklären, das man selber kaum versteht? Hier können Bilderbücher eine große Erleichterung sein. Man kann sich gemeinsam mit dem Kind die Bilder anschauen, zusammen lesen, Fragen beantworten und ausführlich besprechen. Und vielleicht muss man auch gar nicht auf alles eine Antwort haben.

Bilderbücher behandeln das Thema Tod auf unterschiedliche Art, je nachdem welche Absicht das einzelne Buch verfolgt und welche Altersstufe angesprochen werden soll. Kinder bis fünf Jahre verstehen den Tod nur als vorübergehenden Zustand des Schlafens oder Wegseins. Die Endgültigkeit des Verschwindens ist ihnen noch nicht bewusst. Ältere Kinder bis neun Jahre erkennen zunehmend die Unwiderruflichkeit des Todes. Jedoch ist der Gedanke, dass der Körper zerfällt, für sie nur schwer vorstellbar und unerträglich. Daher nehmen gerade sie auch den Gedanken an eine Unsterblichkeit gerne an - zum Beispiel die Idee, nach dem Tod ein Engel zu werden. Erst ältere Kinder können im Laufe der Zeit den Tod als allgemeingültig und unabwendbar akzeptieren.

Je nach Situation und Alter des Kindes muss also das richtige Buch erst einmal gefunden werden. Eine Untersuchung der Kinderpsychologin Barbara Cramer kann Eltern weiterhelfen. Sie hat über fünfzig Bilderbücher zum Thema Tod untersucht und beurteilt (Friedhof und Denkmal, Heft 2/2003). Die meisten der zufällig ausgewählten Bücher werden für Kinder ab fünf Jahren empfohlen - einige sind aber auch schon für Vierjährige geeignet. In der Mehrzahl handeln die Geschichten vom Tod eines geliebten Menschen, am häufigsten der Großeltern. Daneben gibt es auch Bilderbücher, die vom Tod einer Mutter, eines Vaters oder eines anderen Kindes handeln. Für derart furchtbare, einschneidende Ereignisse im Leben eines Kindes reichen Worte allein oft nicht aus. Daher spielen Farben, Bilder und Symbole in diesen Büchern eine große Rolle, um Gefühle auszudrücken, Trost zu spenden und Hilfestellung zu geben. So kann zum Beispiel eine zurückgebliebene Krücke zeigen, dass man nach dem Tod von Gebrechlichkeit und Schmerzen befreit ist. Die meisten Kinder in den dargestellten Geschichten dürfen trauern und finden Zuspruch und Schutz in liebevollen Beziehungen. Dadurch wird auch dem kleinen Leser und Betrachter gezeigt, dass man verwirrt sein und weinen darf und wo man in schwierigen Zeiten Geborgenheit findet. In manchen Büchern werden sogar praktische Hinweise gegeben, was einem helfen kann, um Trauer besser zu verarbeiten und wie man sich gegenseitig Trost spendet. Einzelne Geschichten zeigen einen besonders wichtigen Aspekt: Das Leben für die Zurückgebliebenen muss weiter gehen und es ist wichtig, sich irgendwann ohne Schuldgefühle wieder der eigenen Zukunft zuzuwenden.

Melanie Zietlow

 

Interessierte können das Heft zum Preis von 2,60 Euro zzgl. 1,60 Euro Versandkosten bestellen:

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V., Weinbergstraße 25-27, 34117 Kassel, Tel: (0561) 918930 oder per E-Mail bei der Redaktion Friedhof und Denkmal: redaktion@friedhof-und-denkmal.de

 

Quelle: Redaktion Psychologie Heute

Werderstraße 10, 69469 Weinheim

Tel: 06201-6007-379, Fax: 06201-6007-382


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