Wenn jemand stirbt, den du sehr lieb hast, bist du traurig.
Am liebsten würdest du weinen oder dich verkriechen, vielleicht bist du auch wütend.
Den Kindern in den Geschichten geht es ganz ähnlich:
Tim kann nicht glauben, dass sein Opa nie mehr mit ihm Fußball spiele wird,
Luisa fühlt sich auf der Beerdigung ihrer Tante ganz seltsam,
Benni weiß nicht, wie er es ohne seinen Vater aushalten soll, und
Maxi fragt sich, ob sie ihren Bruder jemals wiedersehen wird.

 

  • Mit Geschichten zu unterschiedlichen Trauersituatioen
  • Mit Sacherklärungen und Antworten auf schwierige Fragen
  • Mit Vorschlägen, wie Kinder mit ihrer Trauer umgehen können
  • Mit einem Extrakapitel für die Eltern

 

Roland Kachler
Wie ist das mit .... der Trauer


ISBN 978-3-522-30116-9
Preis: 11,90 €
Gabriel Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart/Wien

 

Rezension von Gertraude Kühnle-Hahn

Roland Kachler: Wie ist das mit ... der Trauer
mit farbigen Bildern von Sandra Reckers, Gabriel-Verlag Stuttgart/ Wien 2007, 140 S.
ISBN 978 3 522 30116 9, € 11,90

In meiner Tätigkeit als Krankenhauspfarrerin erlebe ich das immer wieder: Da stirbt eine Großmutter oder Großvater oder gar ein Elternteil und die Erwachsenen fragen ratlos: Was machen wir mit den Kindern? Was sagen wir ihnen? Wie sagen wir es ihnen? Nicht selten neigen die großen Leute, beschäftigt mit  ihrer eigenen Trauer und ihren eigenen Fragen, dazu, die kleinen Leute zu verschonen und sie von all den schmerzlichen Vorgängen fernzuhalten. Dies aber bedeutet auch, sie auszuschließen und sie mit ihren eigenen Empfindungen sich selbst zu überlassen.

Mit seinem neuen Kinderbuch gibt Roland Kachler - vielen bekannt durch sein 2005 im Kreuzverlag erschienenes Trauerbuch für Erwachsene "Meine Trauer wird dich finden" -Unterstützung und hilfreiche Anregungen für Kinder, die von Trauer betroffen sind. Der Pfarrer, Psychotherapeut und Leiter der Psychologischen Beratungsstelle des Evangelischen Kirchenbezirks Esslingen erzählt in verschiedenen Geschichten, wie es Kindern in der Trauer geht und was ihnen hilft, mit dieser Trauer zu leben. Die einzelnen Geschichten beinhalten unterschiedliche Situationen (Tod der Großeltern, naher Verwandten bis hin zum Tod eines Elternteils oder Geschwisters) und führen die kleinen Leserinnen und Leser behutsam an das heran, was in der Trauer geschieht, an die aufbrechenden, oft so widersprüchlichen Gefühle.
Darüber hinaus informieren die Geschichten über viele Fragen, die Kinder bei einem Todesfall bewegen: Was ist ein Leichnam? Wie stellen sich Menschen den Tod vor? Warum trägt man Schwarz? Was geschieht bei der Beerdigung? Wie verhält man sich am Sarg? Wo sind die Verstorbenen? und vieles mehr. Optisch sind die Fragen durch eingefügte Infoblöcke gekennzeichnet und als solche auch eine gute Hilfe für Eltern, Angehörige und andere begleitende Personen, wenn ihnen die Antwort auf die Kinderfragen schwer fällt (vgl. dazu auch das Register und das "Wort für die Erwachsenen", S. 131). Wichtig sind auch die ganz konkreten Anregungen des Autors, wie die Kinder mit ihrer Trauer umgehen können, was sie tun können, um sich an den geliebten Menschen zu erinnern.
Die Stärke des Buches liegt zum einen darin, dass schwere, schmerzliche Fragen einfühlsam und unmissverständlich zugleich besprochen werden und nichts beschönigt wird (z.B. "Wenn der Sarg ins Grab sinkt", S. 55).
Zum andern eröffnet das Buch trauernden Kindern einen Freiraum, ihre Trauer so zu leben, wie sie es möchten und brauchen. Es wird keinerlei Norm erhoben, vielmehr gibt es "Zehn ‚Erlaubnisse’ für Kinder, die trauern" (von "Du darfst so traurig sein, wie dir zumute ist" bis "Du darfst auch wieder lachen, wenn dir danach ist", S. 89 und 91).
Es ist zuerst ein hilfreiches Buch für Kinder (ab ca. 8 Jahren), die von einem Trauerfall betroffen sind, und für alle, die sie dabei begleiten.
Zu wünschen wäre es, dass dieses Buch auch bei den Pädagoginnen und Pädagogen und in Familien, die nicht unmittelbar betroffen sind, Beachtung findet. Wenn man bedenkt, was Kinder heute schon im frühen Alter lernen sollen, ist zu fragen, ob sie nicht auch verstärkt auf Lebensthemen vorbereitet werden können wie die, dass Menschen sterben, dass es Abschied, Tod und Trauer gibt. Nicht zuletzt ist dieses Buch wie jedes gute Kinderbuch eine Lektüre, die auch den Erwachsenen selbst etwas geben kann.

Gertraude Kühnle-Hahn


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