Sieh ihn Dir an, diesen traurigen Blick

diese Augen sie sprechen, "Bring mich zurück".

Zu den Tagen, an denen ich glücklich war,

wo ich das Elend noch nicht sah.

Diese Augen gehören einem Kind,

dem die Eltern verstorben sind.

Augenblicke später, eine alte Frau,

das Gesicht ganz zerfurcht, die Haare ganz grau.

Ihr einsamer Blick sieht die Menschheit nicht,

sie wartet seit Jahren auf ein kleines Licht.

Mit Blindheit geschlagen, so lange schon,

mit Kummer beladen um ihren Sohn.

Ein paar Meter weiter, ein einsamer Mann,

der lange schon nicht mehr lachen kann.

Er verlor seine Frau vor ein paar Jahren,

ein Auto ist in ihres gefahren.

Hier ist eine Mutter, mit verweintem Gesicht,

ohne Hoffnung; der Tochter Lebenslicht.

Vom Krebs zerfressen, der ganze Leib,

zum Tode ist es nicht mehr weit.

Das sind Begegnungen, ein Leben lang,

Momente, an denen man verzweifeln kann.

Das Mitleid schnürt die Kehle zu,

ein Wort des Trostes, doch wozu?

Das Wort verklingt oft ganz stumm im Wind,

weil der Schmerz und der Kummer die Kräfte nimmt.

Keine Kraft zu hoffen, keine Kraft zu glauben,

so viele Herzen aus Liebe, die verstauben.

Dabei liegt die Kraft im Herzen verborgen,

der Glaube an Gott, er mildert die Sorgen.

Er bringt uns die Hoffnung wieder zurück,

Er gibt uns wieder Freude und auch Glück.

Doch bis dahin ist der Weg manchmal weit,

oft sieht man ihn nicht, sondern nur das Leid.

Aber so, wie wir diese Menschen seh’n,

wird auch die Begegnung Gottes gescheh’n.

Sie sehen ihn nicht; und doch ist er nah,

Sie nehmen ihn dann nur nicht war.

Doch Geduld ist sein Merkmal und Zeit sein Geschenk

und versteht man auch oft nicht, wie er alles lenkt.

So herrscht doch die Liebe über Leid und Not,

so besiegt auch die Liebe letzthin noch den Tod.

Ist Gott selbst doch die Liebe nur versteht’s mancher nicht.

Begegnung mit Gott ist Leiden, Liebe und Verzicht!

 

Autorin:  Ingrid Erlwein     Februar 1999

© copyright by Jürgen Erlwein


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