Ihr habet nicht umsonst gelebt

Um die Jahreswende 1833/34 starben Friedrich Rückert seine beiden Kinder Luise und Ernst, drei und fünf Jahre alt, an Scharlach, und er hat bis zum Sommer unter Aufbietung aller erworbenen dichterischen Kraft versucht, seine Trauer und Untröstlichkeit über den Verlust schreibend zu bewältigen.

 

Ihr habet nicht umsonst gelebt;

Was kann man mehr von Menschen sagen?

Ihr habt am Baum nicht Frucht getragen,

Und seid als Blüten früh entschwebt,

Doch lieblich klagen

Die Lüfte, die zu Grab euch tragen:

Ihr habet nicht umsonst gelebt.

In unser Leben tief verwebt,

Hat Wurzeln euer Tod geschlagen

Von süßem Lied und Wohlbehagen

Ins Herz, aus dem ihr euch erhebt

In Frühlingstagen

Als Blütenwald von Liebesklagen,

Ihr habet nicht umsonst gelebt.

O die ihr sanften Schmerz uns gebt

Statt eure an der Brust zu tragen,

Euch werden fremden Herzen schlagen

Von Menschenmitgefühl durchlebt

Bei unsern Klagen,

Was kann man mehr von Menschen sagen?

Ihr habet nicht umsonst gelebt!

 

Friedrich Rückert

 

 

 


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