An einem Tag im Frühling brachte ein Junge von der Schule einen kleinen Blumentopf mit nach Hause. Darin war ein winziges Pflänzchen. Die Kinder hatten in der Klasse Bohnen ausgesäht und jeder durfte seine Pflanze selber groß ziehen. Darauf waren alle gespannt...

Der Junge stellte seine Bohne ans Fenster, gab ihr Wasser und schaute jeden Tag nach ihr. Die Bohne hatte es gut und wuchs langsam in die Höhe. Und der Junge freute sich.

Eines Tages, als die Bohne schon viele grüne Blätter hatte, wurde der Junge sehr krank und er mußte in eine Klinik. Dort waren viele Kinder auch so krank und manche schon sehr lange. Der Junge war ganz tapfer und wollte schnell wieder gesund werden, nach seiner Bohne schauen und seine Freunde wiedersehen.

Doch der Junge kam nie wieder nach Hause...

Die Bohne stand einige Zeit ganz allein am Fenster und wartete auf ihr Wasser...

Einmal ging die Mutti des Jungen daran vorbei, sah die Pflanze und dachte an ihr Kind. Wie gern wollte er seine Bohne wachsen sehen ...

Sie nahm eine Gießkanne und gab der Bohne Wasser, jeden Tag, wie ihr Junge.

... Und die Bohne wuchs weiter.

Bald war sie schon fast einen halben Meter hoch und hatte kleine weiße Blüten bekommen.

Dann war es Sommer.

Die Bohne wuchs nicht mehr, sie war jetzt groß und trug Früchte. Dick und grün hingen sie an ihren Stengeln. Was hätte sich der Junge darüber gefreut. Seine Mutti dachte an ihn und wollte sehen, wieviel junge Bohnen an der Pflanze hingen ... und zählte.

Da geschah ein kleines Wunder: Es waren acht. Acht große dicke Bohnen. Doch unter einem Blatt war ganz versteckt noch eine winzig kleine und hellgrüne Bohne. Die neunte.  Sie wollte wohl nicht größer sein...

Die Mutti wußte, was das Wunder war...

In diesem Sommer wäre der Junge neun Jahre alt geworden.

Februar 2000

Regina Träger

 


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