In einem fernen Land in einer anderen Zelt lebten Menschen wie du und ich in einem kleinen Reich. !Ihr Leben dort war neben angenehmen Tagen und freudenvollen Zeiten häufig hart. und voller Mühsal.

Nun war aber der alte König gestorben und sein Sohn wurde zum neuen Herrscher gekrönt. Wie sein Vater wollte auch er gerecht und weise herrschen und gut für sein Volk sorgen. So kam ihm der Gedanke, am Krönungstag der jubelnden Menge zuzurufen, dass er ein neues Gesetz erlassen habe: »Ab heute soll es in unserem Land nur noch glückliche Menschen geben! Schweres, Leid und Traurigkeit sind verboten. ausschließlich Freude soll die Menschen erfüllen!« Wie war die Begeisterung groß. Welch ein wunderbares Dekret, weich hoffnungsvolle Perspektive! Alle Anwesenden applaudierten stürmisch und gratulierten sich begeistert zu ihrem neuen Regenten, der einfühlsam ihre Sehnsüchte erkannt hatte und Wunderbares verfügte.

Diese Menschen hatten wie wir zwei Beine - eines für die Freude. das andere für die Trauer. Und nach diesem neuen Erlass lebten sie nun auf ihrem Freudenbein. Hüpfend gingen sie ihren Verrichtungen nach, hopsten durch die Straßen und hatten großen Spaß. Lustig war es, dem Nachbarn plötzlich auf ganz neue Art zu begegnen, und die Kinder staunten über ihre hampelnden Eltern. So ging es eine ganze Weile munter zu im Lande. bis anstelle des anfänglichen Übermuts erstes Unbehagen spürbar wurde. »So einseitig!«. raunten sich manche zu, »unbequem!«, gaben andere zu bedenken.

Und im Laufe der Zeit wurde es immer anstrengender, sich auf nur einem Bein langsam vorwärts zu bewegen. Das Trauerbein verkümmerte und die Menschen konnten sich an Ihrem Freudenleben immer weniger freuen.

So ging es eine ganze Weile, der junge König beobachtete sorgenvoll das Geschehen und besprach sich schließlich mit seinen Ratgebern. Nach einigen Überlegungen fanden sie eine Lösung, die umgehend bekannt gegeben wurde: »Ab heute gilt ein neues Gesetz. Es darf auf dem Freuden- und auf dem Trauerbein gIeichermaßen gelebt werden! Trauer und Freude, rechts und links gehören wieder zusammen!» Erleichtert hörten die Menschen diese kluge Entscheidung ihres Herrschers. Und dies mal jubeIten sie ihm noch lauter und begeisterter zu, bevor sie mit federnden Schritten und balancierend in ihre Häuser zurückgingen. Froh über ihre wiedergewonnene Bewegungsfreiheit!

Seitdem ist große Zufriedenheit in dem kleinen Reich. Bis heute geht die Bevölkerung auf zwei Beinen und alle achten aufmerksam darauf, keines zu vernachlässigen.

Eingesandt von Kerstin Walter
(Verfasser nicht bekannt)


Suchen

Interaktiv

Wir freuen uns immer über Vorschläge, wie wir unser Angebot ausbauen können. Schreiben Sie uns!

Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit und damit Familien in der schwierigsten Zeit Ihres Lebens.

Jetzt online spenden


Oder spenden Sie direkt:

Bank für Sozialwirtschaft Köln
IBAN: DE26 370205000008321100
BIC:  BFSWDE33

Herzlichen Dank für Ihre Spende!

© 2018 - VEID - ® "Verwaiste Eltern" ist seit 1997 eingetragenes und geschütztes Markenzeichen des Veid. Die Verwendung Bedarf der Zustimmung.