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Rundbrief 24 "Uns fehlt ein Stück vom Lebensmosaik"

Liebe Leser*innen, Mitglieder und Unterstützer*innen,

„Uns fehlt ein Stück vom Lebensmosaik“ ist weit mehr als nur ein Titel für unsere Jahrestagung. Familien, in denen ein Kind verstirbt, unabhängig in welchem Alter und von der Todesursache, sehen ihr Lebensmosaik zerbrochen und mit einem Scherbenhaufen konfrontiert. Es fehlt ein Stück im Lebensmosaik. Nichts ist mehr so wie vor dem Tod des eigenen Kindes. Die Farben verblasst und zerstört. Steine, manche groß, manche klein, in unterschiedlichen Formen und mit rauer, glatter, spitzer Beschaffenheit säumen den Weg durch die Trauer. Es ist ein (lebens-)langer Weg in und mit dem Verlust sein ganz individuelles Lebensmosaik anders zu gestalten. Steine aus einem alten Leben, die in der Trauer neu und verändert zusammengefügt werden. Alte Steine werden mit neuen Mosaiksteinen gemischt – neue Wege und Bilder entstehen für Verwaiste Eltern, Geschwisterkinder und all ihre Begleiter*innen. Dieser Weg wird kein leichter sein, er verlangt viel Kraft und Geduld. Eine große Herausforderung liegt auch in diesem Jahr hinter uns. Eine Pandemie, die die Welt in einen Ausnahmezustand versetzt und weitreichende Konsequenzen mit sich gebracht hat. Auch der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e. V. konnte die jährliche Mitgliederversammlung und Jahrestagung „Uns fehlt ein Stück vom Lebensmosaik“ nicht wie geplant im April 2020 stattfinden lassen. Es bedurfte eine Verschiebung in den November 2020. Darüber hinaus sind eine Vielzahl der regulären Unterstützungsangebote, Projekte und Netzwerkveranstaltungen weggebrochen. Kontakte, Gespräche, öffentliche Arbeit mit Unterstützern konnten nicht stattfinden. Beispielsweise auch das jährliche Wave-Gothic-Treffen in Leipzig, bei dem die Unterstützung für trauernde Familien sehr viel ideellen und finanziellen Zuspruch erfährt. Spenden sind weggebrochen,  die in der bundesweiten Arbeit fehlen. Unser Vereinsmosaik musste sich in der letzten Zeit auch von treuen Mitarbeitern verabschieden. Die verstorbenen Wegbegleiter haben unsere Arbeit über Jahre mitgestaltet. Sie werden fehlen. Dankbar blicken wir zurück auf die gemeinsamen Wege mit ihnen. Voller Zuversicht wollen wir auch in ihrem Namen weiter gehen und für die vielen verstorbenen Kindern, sowie ihren hinterbliebenen Familien ein Sprachrohr sein. Unsere Mission. Der weitere Aufbau und das Miteinander für die Begleitung und Unterstützung von trauernden Familien bleibt unsere gemeinsame Aufgabe.  Netzwerkarbeit und fachlich-kollegialer Austausch, politische Lobbyarbeit und gemeinsame Projekte sind ein wichtiger Mosaikstein unserer Arbeit. Die Identifizierung mit dem bundesweiten Netz, dem Bundesverband bringt öffentliche Wahrnehmung. Keiner muss allein sein Schicksal aushalten, wir sind eine Gemeinschaft. Wenn wir das engagiert leben und praktizieren werden unsere verstorbenen Kinder und unsere verstorbenen Mitstreiter immer einen Platz in der Gesellschaft haben.

In Verbundenheit,
Petra Hohn
Mutter von Carsten
Geschäftsführerin VEID e. V.